Unser Vorschlag zum Darwin Award

Wir feiern heute den Darwin-Tag!
In normalen Zeiten ist das ein Tag, an dem man an Dinosaurier, die Evolution oder den großen Einfluss des Zufalls denkt und damit die religiösen, märchenhaften Vorstellungen von der Erschaffung der Menschheit endlich überwunden hat.

Außerdem feiert man die Erfolge der Wissenschaft, die zum Beispiel hochmoderne mRNA-Impfstoffe erforscht und entwickelt.

Aber darüber dürftet ihr in letzter Zeit genug gehört haben. Wir widmen uns heute ausnahmsweise im Besonderen den Schattenseiten: dem sogenannten Darwin Award. Ein Preis, den man symbolisch denjenigen verleihen kann, die durch ihr eigenes Verhalten den Fortbestand ihrer selbst gefährden, die also den sprichwörtlichen Ast absägen, auf dem sie sitzen.

Die Querdenker-Demos im letzten Jahr haben Zehntausende Corona-Infektionen nach sich gezogen. Und es sind ja nicht nur diese Massenversammlungen: Die überzeugten Teilnehmer verhalten sich auch sonst bei vielen Gelegenheiten unsolidarisch. Sie halten keinen Abstand, ziehen die Masken falsch oder gar nicht an. Und sie gefährden mit ihrem unverantwortlichen Handeln nicht nur sich selbst, sondern auch andere.
Gleichzeitig werden sie indirekt geschützt durch all jene, die die Maßnahmen einhalten. Aber wir vergeben hier grade nicht den „Schmarotzer-Award“.

Welche Situation würde vorherrschen, würden sich kollektiv alle Menschen dieses Landes wie die Querdenker verhalten? Auch auf die echten Querdenker hätte dies gravierende Auswirkungen, denn durch eine drastisch gesteigerte Verbreitung von Corona wären auch sie selbst öfter betroffen. Das Pflegepersonal würde unzumutbar überlastet, das Gesundheitssystem würde kollabieren und überdies die Gefahr weiterer Mutationen zunehmen, da diese Möglichkeit bei jeder Übertragung gegeben ist.

Kurzum:
Die Ignoranz gegenüber einer aktiven Pandemie mit immer neuen Mutationen ist kein Verhalten, das einem im Normalfall einen evolutionären Vorteil einbringen würde, ganz im Gegenteil. Durch zivilisatorischen und technologischen Fortschritt ist es aber möglich, auch einen Großteil der Querdenker vor der ultimativen Konsequenz ihres eigenen Handels zu bewahren. Manch ein Unbelehrbarer nimmt sogar wochenlangen Aufenthalt auf einer Intensivstation in Kauf und leugnet danach die Gefahren des Virus immer noch. Ob das Personal, das sich in dieser Zeit um alle körperlichen und gesundheitlichen Belange des Patienten kümmern dürfte, sich dadurch wertgeschätzt fühlt, darf zumindest angezweifelt werden.

Aber auch dies ist Humanismus: Diejenigen zu schützen und ihnen zu helfen, die aufgrund eigener Uneinsichtigkeit in bedrohliche Situationen geraten sind. In diesem Sinne sind wir soziale Darwinisten, und keine Sozialdarwinisten.
Den Darwin Award aber haben sich die Querdenker redlich verdient.

Herzlichen Glückwunsch!