Gesundheitsbildung


Gesundheitsbildung

Eine gute Gesundheit schafft einerseits die Grundlage für erfolgreiches Lernen, andererseits ist Bildung ein wichtiger Faktor, um gesundheitsförderndes Verhalten zu stärken. Sie soll über alle Dimensionen des Wohlbefindens in Bezug auf körperliche, psychische als auch soziale Faktoren aufklären. Es soll insbesondere zusätzliches Wissen über die Auswirkungen von Bewegung, Ernährung, Gruppeneffekte und Drogenkonsum erworben werden. Gleichzeitig soll aber auch über die Handlungsoptionen informiert werden, die im Krankheitsfall den bestmöglichen gesundheitlichen Zustand herbeiführen.

Insbesondere im Bereich der schulischen Bildung, soll das Themenfeld Gesundheit in die Lehre der unterschiedlichen Fächer integriert werden. In den naturwissenschaftlichen Fächern sollen die Grundlagen bekannter Therapieformen erläutert werden, um zu erkennen, dass pseudo-medizinische Behandlungsmaßnahmen nicht durch die heutigen Erkenntnisse der Wissenschaft begründet sind und ihnen oftmals sogar deutlich widersprechen. Zudem soll die Aufklärung über besondere medizinische Effekte, wie Spontanheilungen oder den Placebo-Effekt, in die Lehrpläne einfließen.

Junge Menschen sollen verstärkt medizinisches Wissen erhalten.

In geisteswissenschaftlichen Fächern müssen die gesundheitlichen und finanziellen Konsequenzen von Pseudotherapien hinterfragt und auch unter ethischen Gesichtspunkten beleuchtet werden. Darüber hinaus soll die Fähigkeit erlangt werden, medizinische Aussagen kritisch zu hinterfragen und fragwürdige Heilungsversprechen zu erkennen.

Junge Menschen sollen verstärkt Wissen darüber erhalten, welche Selbstmedikation wirksam ist und mit welchen Risiken diese Anwendung verbunden ist. Zudem sollen sie die Fähigkeit erwerben zu erkennen, ab welchem Zeitpunkt Selbstmedikation an ihre Grenzen gelangt und ein Spezialist aufgesucht werden muss. Idealerweise verstärken sich Selbstmedikation und die Behandlung durch ärztliches Fachpersonal.

Bereits ab dem Kindergarten- und Grundschulalter sollen Heranwachsende die wesentlichen medizinischen Fortschritte kennenlernen, die in der Entwicklung der Menschheitsgeschichte stattgefunden haben. Hierbei sollen vor allem die geschichtliche Entwicklung und die entsprechenden Behandlungsfortschritte jener Krankheiten im Fokus stehen, welchen eine besonders wichtige Rolle für den Menschen zukommen.

Das medizingeschichtliche Wissen soll hierbei in altersgerechter Form vermittelt und mit einem praktischen Bezug behandelt werden, sodass Vor- und Nachteile konkreter Handlungsoptionen, z.B. das Unterlassen von Impfungen oder die Inanspruchnahme pseudomedizinischer Therapien, erkennbar sind. Abhängig vom Professionalisierungsgrad der Zielgruppe, soll das Wissen mehr oder weniger theoretisch, jedoch stets mit einem deutlich pragmatischen Bezug behandelt werden.

Das Themenfeld Gesundheit soll in die Lehre der unterschiedlichen Unterrichtsfächer integriert werden.

Konkret fordern wir

  • Die Ausweitung der Lehrpläne im Themenbereich „Gesundheit“ in dafür geeigneten Fächern
  • Lerninhalte sollen unter anderem Auswirkung von Bewegung, Ernährung, Gruppeneffekte und Drogenkonsum auf die Gesundheit sein
  • Vermittlung eines wissenschaftlichen Weltbildes, der wissenschaftlichen Methodik und der Fähigkeit zu kritischem Denken
  • Einführung eines Lehrauftrags für Schulen, um über die Grundlagen und Geschichte der Medizin, die Gefahren von Pseudomedizin, das Ausbleiben von wirksamen Behandlungen sowie Möglichkeiten und Grenzen der Selbstmedikation aufzuklären
  • Gesundheitspolitik und Bildungswesen, mit dem Fokus auf Prävention und der Vermittlung von Gesundheitskompetenz, unabhängig vom sozialen Status
  • Verstärkte Aufklärung in Bildungseinrichtungen über psycho-medizinische Abläufe wie Placebo- und Nocebo-Effekte sowie Spontanheilungen.




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