Klima, Umwelt, Landwirtschaft & Tierschutz


Klima, Umwelt, Landwirtschaft & Tierschutz

1. Intro

Die Menschheit bildet zusammen mit anderen Lebewesen ein komplexes Netzwerk, verbunden durch ökologische Kreisläufe an Land, in der Luft und im Wasser. Das Wohlergehen unserer Umwelt betrifft daher auch uns selbst und unsere Nachkommen. Bei der Erfüllung unserer zivilisatorischen Bedürfnisse wie Nahrung, Energie und Transport wird dies häufig vernachlässigt. Die Folgen sind deutlich: Biotopverlust, Umweltverschmutzung, Artensterben und Klimawandel.

Wir wollen umdenken und den Umwelt- und Klimaschutz mit unseren zivilisatorischen Bedürfnissen versöhnen. Unser Weg dorthin führt über eine Politik, die sich an natürlichen Stoffkreisläufen und verfügbaren Recyclingverfahren orientiert und die technischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten unserer Zeit nutzt. Das Ziel ist der nachhaltige Schutz unserer Umwelt und die Verminderung der Auswirkungen des Klimawandels.

2. Klimaschutz und Energiewirtschaft

Klimaschutz bedeutet, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und uns zugleich an die nicht mehr aufzuhaltenden Folgen des Klimawandels anzupassen. Bei Ersterem spielt die Energiewirtschaft die Schlüsselrolle, denn frei nutzbare Energie ist der Grundbaustein unserer modernen Gesellschaft. Diese beruht jedoch noch zu großen Teilen auf der Verbrennung von fossilen Energieträgern und trägt so erheblich zum Klimawandel bei. Die Welt steht vor der Herausforderung, ihre Energieinfrastruktur zu dekarbonisieren. Dies setzt die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern voraus, während jedoch gleichzeitig der Lebensstandard von Milliarden von Menschen, und damit auch ihr Energiebedarf, weiter steigt.

Wir setzen deshalb auf den Einsatz von CO2-armen Technologien zur Energieerzeugung. Hierbei verzichten wir auf eine ideologische Vorverurteilung von Technologien, um über eine breite Auswahl an Handlungsoptionen zur Dekarbonisierung zu verfügen. Zu diesen gehören unter anderem die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr, sowie negative CO2-Emissionen. Wir werden technische Möglichkeiten zur Einsparung von Energie sowie Zukunftstechnologien für eine nachhaltige Stromerzeugung aktiv fördern. Wir setzen uns für eine Mischung aus zentralen und dezentralen Energieerzeugern und -speichern in einer europäischen integrierten Energieinfrastruktur ein.

Diese Transformation benötigt nicht nur direkte Förderung, sondern auch Fachkräfte, welche die bestehende Energieinfrastruktur sanieren und zu einem zukunftsfähigen System ausbauen können. Zum Ausbau dieser Fachkompetenz wollen wir aktiv das Handwerk unterstützen und effizientere Lieferketten etablieren. Durch die Einpreisung von Umwelt- und Klimafolgekosten streben wir zudem die Orientierung von Märkten in Richtung einer ökologischen und sozialverträglichen Marktwirtschaft an.

Der Klimawandel zeigt bereits heute seine Folgen durch häufigere und intensivere Naturkatastrophen, die Belastung unserer Nahrungsmittelversorgung und zunehmenden Migrationsdruck. Diese Extreme federn wir unter anderem durch einen Ausbau des Katastrophenschutzes und vorausschauende Planung ab. Wir passen unsere Infrastruktur an die Herausforderungen des Klimawandels an und reduzieren somit seine negativen Folgen.

Unser Ziel ist die schnellstmögliche Etablierung einer klimaneutralen Energiewirtschaft. Dies wollen wir durch den konsequenten und unbürokratischen Ausbau CO2-armer Technologien zur Stromerzeugung und -speicherung erreichen. Um insgesamt den Netto-Ausstoß von Treibhausgasen auf Null zu reduzieren, werden wir objektiv und sektorenübergreifend alle zur Verfügung stehenden Optionen berücksichtigen und eine sozialverträgliche Energiewende umsetzen.

3. Bioökonomie

Produktion und Konsum unseres täglichen Lebens basieren zu einem wesentlichen Teil auf endlichen Ressourcen. Unsere heutigen Industriestandards führen in Summe dazu, dass die verbrauchten Rohstoffe unwiederbringlich verloren gehen. Oft können recycelte Stoffe nur einige Male wiederverwendet werden, bis sie letztlich für die Industrie unbrauchbar geworden sind. Dabei entstehen außerdem Nebenprodukte aus Giftmüll und Treibhausgasen, die unsere Lebensgrundlage zusätzlich belasten.Eine endlose und vollständige Recyclingschleife ist nicht in Sicht. In der Folge wird die Gesellschaft zu Verzicht und Einschränkungen aufgerufen und der Konsument mit einem schlechten Gewissen belastet. Diese Rechnung kann langfristig nicht aufgehen und Verzicht kann das Problem nicht dauerhaft lösen.

Der Schlüssel zur Bewältigung des steigenden Konsums liegt im interdisziplinären Forschungsfeld der Bioökonomie, mit anderen Worten: dem umweltgerechten Einsatz von chemischen, biologischen und gentechnischen Prozessmethoden zur Gewinnung, Verarbeitung und Wiederverwertung jeglicher Rohstoffe. Wir werden Forschung und Industrie fördern, um unsere heutigen Industriemethoden weiterzuentwickeln sowie Kompetenzen im Bereich biologisch basierter Produktionsstandards zu erwerben und erfolgreich anzuwenden. Wir sehen unsere Aufgabe darin, vorteilhafte Rahmenbedingungen für Forschung und Industrie zu schaffen und diese schonend in die aktuellen volkswirtschaftlichen Kreisläufe einzubetten.

Um den technologischen Wandel zu unterstützen und zu beschleunigen, bauen wir auf eine Kombination kurz- und mittelfristiger Maßnahmen wie gesetzlichen Anreizen zur Verbesserung von Langlebigkeit, Reparatur- und Recyclingfähigkeit von Zwischen- und Endprodukten sowie der Einpreisung von Umwelt- und Klimafolgekosten. Darüber hinaus setzen wir auf Bildung, Forschung, nachhaltige gesetzliche Rahmenbedingungen sowie die Schärfung des öffentlichen Bewusstseins.

Grundlegend für ressourcenschonendes Wirtschaften ist eine stetige Verbesserung der Effizienz bei der Vermeidung von Abfällen, um dem Verlust von Rohstoffen vorzubeugen. Darüber hinaus müssen jedoch auch möglichst umweltneutrale Produktionsstandards eingeführt werden, die langfristig einen unbedenklichen Konsum ermöglichen.

Produktion und Konsum unseres gesellschaftlichen Lebens brauchen keinen Verzicht, wenn wir dafür Sorge tragen, dass eingesetzte Rohstoffe vollständig wiederverwertet werden können, statt als Abfall verloren zu gehen.

4. Landwirtschaft

Die Landwirtschaft sichert unser Überleben und ist somit ein fundamentaler Pfeiler unserer modernen Gesellschaft. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu landwirtschaftlichen Prozessen und Methoden wollen wir nutzen, um gezielt nachhaltige Methoden zu fördern, um in Zukunft die Belastung durch die Lebensmittelproduktion für unsere Umwelt, das Klima, andere Lebewesen und damit schlussendlich auch uns selbst, so gering wie möglich zu halten.

Wir unterstützen daher eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft, die uns umweltschonend und effizient ernährt und gleichzeitig den Menschen im Agrarsektor eine langfristige Perspektive bietet. Hierfür ist es notwendig, dass wir Anbaumethoden und Technologien unvoreingenommen und auf Basis ihrer tatsächlichen Nutzen und Risiken evaluieren und fördern. Landwirtschaft muss präzise, effizient und flächensparsam sein. Wir bewerten den Einsatz von Nutzpflanzen nach ihren Eigenschaften und nicht nach der Zuchtmethode. Umweltschäden durch Monokulturen oder Überdüngung sollen vermieden werden. Eingesparte Flächen können der Natur überlassen oder aktiv renaturiert werden, um neue Rückzugsorte zu schaffen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die biologische Vielfalt zu schützen. Um dies zu ermöglichen, streben wir einen sachlichen und zielführenden Dialog zwischen Erzeugern, Politikern und Umweltschützern an.

Wir wollen eine ressourcenschonende Lebensmittelproduktion und eine nachhaltige Ernährungsweise fördern. Hoher Fleischkonsum und Lebensmittelverschwendung stehen diesen Zielen entgegen. Daher unterstützen wir unvoreingenommen alternative Lebensmittel, um die Auswahl für Konsumenten zu erhöhen, seien es pflanzliche Ersatzprodukte oder solche aus Insekten oder Zellkulturen. Dabei ist die Akzeptanz solcher Nahrungsquellen in der Gesellschaft eine Grundvoraussetzung. Daher setzen wir uns für flächendeckende Bildung und Aufklärung ein. Sofern möglich, setzen wir auf den Einsatz von Vertical Farming, also Landwirtschaft in mehrstöckigen, kontrollierten Innenräumen, um witterungsunabhängig und verbrauchernah Nahrungsmittel produzieren zu können.

Wir möchten auf eine nachhaltige und faire Landwirtschaft hinwirken. In dieser sind es gerade moderne Technologien, welche die Belastung für die Umwelt auf ein Minimum reduzieren können. Wir streben eine Zukunft an, in der Menschen aus freiem Entschluss hochwertige Alternativen zu tierischen Produkten nutzen und sich gesund ernähren können.

4. Tierschutz

Tiere und tierische Produkte leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Doch dieser findet derzeit keine angemessene Wertschätzung in der Bevölkerung. Wir wollen die Bedürfnisse und Empfindungen von Tieren anerkennen und das Tierwohl besser schützen.

Kommerziell produzierte, tierische Industriegüter sollen weitestgehend durch pflanzliche, biotechnologisch oder synthetisch hergestellte Produkte ersetzt werden. Verschiedene Fleischalternativen sind bereits vorhanden und werden in naher Zukunft eine bedeutende Rolle spielen, um die Notwendigkeit von Tierhaltung zur Nahrungsgewinnung immer weiter zu verringern. Diese sollen das allgemeine Ernährungsangebot aus nachhaltigen Erzeugungsmethoden ergänzen.

Alle Nutz- und Haustiere sollen leidfrei gehalten werden. Neben der Versorgung mit Nahrung, Sicherheit und angepassten Haltungsbedingungen sollen auch die medizinische Versorgung und das Angebot von artgerechten Beschäftigungsmöglichkeiten für jedes Tier verpflichtend sein. Das Tierwohl steht über religiösen Riten, ideologischen Weltanschauungen oder Unterhaltungszwecken. Die Veterinärämter müssen dies konsequent kontrollieren und für diese Aufgabe ausreichend ausgestattet werden.

Die ohnehin schon hohen Hürden für Tierversuche sollen weiter überprüft und angepasst werden, um durch neue Forschungs- und Untersuchungsverfahren die Notwendigkeit von solchen Versuchen weiter zu reduzieren. Unser langfristiges Ziel ist eine deutlich verbesserte Verfügbarkeit von aussagekräftigen Alternativen zur kontinuierlichen Reduktion von Tierversuchen.





ZUM GESAMTPROGRAMM
POSITIONEN VON A BIS Z
ALLES ZU Klima, Umwelt, Landwirtschaft & Tierschutz